Was sind eigentlich Systemaufstellungen?

"Das Unheil ist, dass das Übliche für das Wesentliche gehalten wird."

F.J. Pearls

Aufstellungen erlauben Einblicke in Verborgenes.

So wie man mit einer Wärmebildkamera Energiebereiche sichtbar macht, so erkennt man in Aufstellungen Zusammenhänge, die sich im bloßen Gespräch nicht offenbaren.

Mittels Figuren, Steinen, Bodenankern oder eben auch Menschen als Stellvertretern

können Muster und Glaubenssätze aus unserem Unterbewusstsein hervortreten. Sie sind somit nun aktiv veränderbar.

Stark verkürzt hier wichtige "Eckpfeiler" dieser Methode:


1. generationsübergreifend

Eine Grundannahme war dabei, dass unsere Krisen im eigenen Leben

beeinflusst sind von den Traumatisierungen unserer Vorfahren.

Krieg und Flucht, getötete Kinder, zu Unrecht erworbener Besitz,

Vergewaltigungen, Verluste und vieles andere wirken offensichtlich

auf die Nachfahren, wenn sie nicht gut bewältigt worden sind.

2. Trauma-Energie lähmt

Es ist wie eingefrohrene Energie, die als Erinnerung "weitervererbt" wird.

Durch Aufstellungen können wir diese Zusammenhänge sichtbar

machen und im Nachhinein auflösen.

Schicksale, die betrauert worden sind, Leid, das gesehen wurde, Unrecht,

das benannt wurde, lässt die Energie im System wieder fließen.

Das Gefühl des "Festhängens" und "Sich-Wiederholens" von alten Mustern

wandelt sich in Kraft und Zuversicht.

3. Systemisches Denken: alles wirkt auf jeden

Der systemische Ansatz folgte dabei der Annahme, dass alle im System

einen bestimmten Platz haben. Sollte z.B. ein Familienmitglied "nicht gesehen" sein, wie es bei einem abgetriebenen und verschwiegenen Kind der Fall ist, nimmt ein anderes Kind quasi stellvertretend den Platz des vergessenen Geschwisters ein.

Es leidet dann vielleicht unter unerklärlichen Symptomen oder kommt nicht wirklich in sein eigenes Leben, in seine Kraft, lebt sein Potential nicht.

Auch dieses Phänomen wird in Aufstellungen sichtbar. Die Erleichterung, wenn die "Plätze richtig besetzt" sind, ist sofort für alle spürbar.

Alle sind miteinander verbunden. Aber jeder ist nur an seinem eigenen Platz

gesund und stark.....

Fremdes Schicksal kann man nicht tragen.

4. Autonomie und Symbiose

Einen  weiteren Gedanken haben u. a. Prof. Dr. Ruppert oder auch Dr. Langlotz publik gemacht:

Wir sind zwar alle ein Teil des Systems und erfahren dessen Auswirkungen. Wir

sollten alle aber auch im Laufe des Erwachsen-Werdens eine gesunde Fähigkeit zur Abgrenzung ausprägen.

Sie beschreiben beide das Phänomen der Symbiose als Grundlage der Mutter-Kind-Beziehung. Beide fühlen die Gefühle des anderen. Der Säugling "weiß" quasi noch nicht, wer er ist.

Es gibt noch keine ausdrückliche Grenzen zwischen Mutter und Kind.

Erst im Laufe des Älter-Werdens grenzt sich - in einer gesunden Beziehung - das Kind immer mehr ab. Es erfährt die eigenen Bedürfnisse, Gedanken und Wünsche.

Diese Autonomie-Bestrebungen sind aber gerade in "traumatisierten Systemen" - vor allem mit traumatisierten Müttern - unterbunden.

Noch als erwachsener Mensch identifiziert man sich mit den Gefühlen und Bedürfnissen seiner Mitmenschen statt Kontakt mit seinem - ich nenne es mal - gesunden, wahren Selbst

zu haben.

Hier arbeiten wir in der Aufstellungsarbeit mit Abgrenzung und Erfahrung des eigenen Raumes.

Es ist erstaunlich, wie manchmal in Sekundenschnelle Erleichterung und Kraft eintritt, sobald man in Kontakt mit seinem eigenen Selbst ist und "fremde Energie" aus seinem Raum

hinausbefördert hat...


5. Phänomänologie:  kreatives Entdecken und immer wieder neues Lernen 

Aufstellungsarbeit ist nie "fertig". Sobald wir uns auf den Prozess einlassen, entdecken wir

gemeinsam fortwährend neue Aspekte des Zusammenlebens. Wir begeben uns wie Forscher auf die Suche nach einer Lösung für Probleme und lassen uns immer wieder von Neuem überraschen.

In meinen Seminaren leite ich den Prozess an und stehe mit meiner Erfahrung und meinem Wissen zur Verfügung. Dennoch höre ich nicht auf, dazu zu lernen und sehe auch

die Teilnehmer in ihrer Weisheit als wichtigen Teil des Prozesses.

Das bedeutet auch, dass wir erfinderisch sein dürfen in der Wahl der Mittel. Wo nicht ausreichend Stellvertreter zur Verfügung stehen, benutzen wir Bodenanker

und alles, was sich im Raum befindet.

Wenn man sich anvertraut, ist alles, was man braucht, bereits da.

Neue Erkenntnis erwächst durch absichtsloses Schauen.


6. Organisationsaufstellungen, Symptomaufstellungen, Familienaufstellungen .....

Man kann im Grunde alles aufstellen:

Fußpilz oder die Frage, warum eine Firma keinen Ertrag abwirft. Schulprobleme oder den

Streit mit dem Nachbarn. Schwere Krankheiten (als Ergänzung zur Schulmedizin - nicht als Ersatz!)

und unerklärliche Ängste.

Einige Kollegen haben sich auf Organisationsaufstellungen in Firmen und Betrieben spezialisiert.

Einige arbeiten sehr spirituell. Einige sehr analytisch.

Es gibt Kollegen, die beziehen die Homöopathie mit ein oder die Astrologie.

Jeder bringt hier seine Vorlieben, sein Potential und seine Erfahrung ein. Der Klient entscheidet für sich, wo er sich am wohlsten fühlt und welche Art gerade für seine Frage am passendsten zu sein scheint.

Das entbindet den Coach/ Therapeuten nicht von seiner Verantwortung.

Es legt aber auch eine Menge Verantwortung in die Hände des Klienten und zeigt Zutrauen in dessen

Weisheit und Fähigkeit.

Ich persönlich bin sehr an die schamanische Tradition angebunden. Ich bin eine Finderin. Ich finde

verloren gegangene Seelenanteile und helfe - wenn die Zeit reif ist - sie zurückzubringen.

Fremde Energie soll dabei ausgeleitet werden.

Aber wie auch immer man es nennen mag: ob Symbiose-Autonomie-Bestrebungen oder Seelenverlust oder "Besetzung" oder Engergieraub:

am Ende ist immer das Ziel, wieder ganz zu werden und in die Freude und in die Kraft zu gelangen.

Um das Leben zu umarmen mit all seinen Facetten, Wundern und Überraschungen.....

 

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