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  • Petra von Alvensleben

Seelenverträge, Glaubenssätze, Gelübte und Verbote





Eine persönliche Geschichte.


In meiner Praxis kommen vorrangig zwei Methoden zum Einsatz:


1. Systemaufstellungen

(einzeln oder Gruppe)

2. schamanische Reisen

(einzeln oder Gruppe)


Beide Verfahren dienen dazu, verborgene und vergangene Erlebnisse, die unser heutiges Handeln immer noch beeinflussen, ans Licht zu holen, zu erfahren und schließlich zu transformieren. Was uns bewusst ist, können wir ändern.

Auch verborgene Muster und Spielarten, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind – z.B. im Beruf oder in der Partnerschaft – enthüllen hier ihren Charakter, so dass Lösungen möglich werden.


Nun bin ich durch eigene Blockaden und Rückfälle immer wieder auf der Suche nach Dingen, die ich bislang übersehen habe. Und: ich bin stets fündig geworden – dieses Mal hat es aber wirklich lange gedauert!!!

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Meine eigene Reise war bisher von stetem Erkennen und Wachsen geprägt. Dennoch hing ich seit mehr als einem Jahr zunehmend fest. Und alle Bestrebungen, dies zu lösen, schienen es nur noch schlimmer zu machen. Die Last, die ich körperlich spürte, wurde immer schwerer statt leichter.

Ich kreierte schon vor längerer Zeit den Satz:

Je besser es mir geht, desto schlechter geht es mir!“

Wieder ging ich in die Kindheit zurück. Wieder schaute ich meine Traumata an. Jedes Mal in einer anderen Spielart. Ich denke schon, dass jeder einzelne Schritt richtig und wichtig war und ist. Doch mir dämmerte, dass das auf Dauer nicht der Weg sein kann.

Ein schamanischer Grundsatz lautet: „Die Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit!“

Und hier wirkte nix (mehr)!!!

Ich bat das Universum um einen Hinweis (auch meine Tarot-Kärtchen halfen nicht wirklich weiter).

Ich stieß sodann auf ein Buch von Désirée Baierl: Die Macht der Seelenverträge.

Klang gut.

Beim Lesen fand ich alles sofort sehr stimmig und hilfreich, dachte mir dann aber: „Schon wieder so´n Buch mit Anleitungen für eine schamanische Reise! Kenn´ ich doch. Brauch´ ich nicht!

Doch es ließ mir keine Ruhe. Ich setzte mich eines Abends in meine Hexenküche, spürte Angst und wusste, ich will hinsehen.

Es ging bei dem Ansatz von Frau Baierl darum zu ergründen, ob es in der Vergangenheit (auch im früheren Leben, egal, ob man daran glaubt oder nicht) eine Situation gab, in der man in höchster Not war und so etwas wie einen Vertrag mit sich selbst abgeschlossen hat:

„Ich will immer brav sein!“ (damit die Mami mich liebt)

„Ich bin böse und schuldig und verdiene kein Glück!“ (weils der Mami nicht gut geht!)

„Ich werde keine Schwächen mehr zeigen und immer stark sein!“ (damit der Papa mich nicht mehr demütigen kann) etc., etc.

Nun gut, ich reiste also los. Mehr oder weniger nach Anleitung des Buches. Bin etwas ungeduldig und kürze lange Anleitungen gerne etwas ab. Außerdem kenne ich mich ja aus beim schamanischen Reisen….

Es ging in die Unterwelt, ich begegnete meinem Hüter (er sah aus wie der Tod aus einem Comic), und er führte mich durch die Landschaft zu einem abgebrannten alten Haus. Ich bekam große Gänsehaut, hatte Angst, mich dem zu stellen, ging dann aber hinein. Ich wusste sofort, die Bewohner sind alle umgekommen, und es ist meine Schuld gewesen. Ich habe eine Petroleumlampe fallen gelassen, nicht aufgepasst und das Drama verursacht.

Dann sollte ich meinen „Seelenvertrag“ finden, den ich damals geschlossen hatte.

Ich fand ihn auf dem Dachboden im Koffer. Darauf stand: „Ich bin schuld und darf von nun an niemals mehr glücklich werden. Ich muss dies für immer büßen.


Man erwacht darauf erst einmal aus der Reise, schreibt den Vertrag auf Papier und verbrennt ihn.

Rituale sind hilfreiche stärkende Faktoren, wenn es um Auflösung und Heilung geht….

Der Inhalt des Vertrages machte für mich auch Sinn: alle Fortschritte, die ich bisher erlangte, wurden nach kurzer Zeit zu Rückschlägen….Es gelang mir nichts mehr, so, als würde ich büßen.

Dann kam der zweite Schritt. Ich ging wieder in Trance und stieg erneut in die Unterwelt. Es galt, meinen damals verlorenen abgespaltenen Seelenanteil wieder zu finden.

Der Tod – mein Hüter – half mir dabei.

Ich fand eine junge Frau im weißen Kleid mit rötlichen Haaren. Wir erkannten uns sofort, und sie bat mich, ihr zu folgen. Auf einer Lichtung, wo einst ein Lagerfeuer abgebrannt worden ist, schenkte sie mir ein Stück Holzkohle. Mein Seelengeschenk.

Ich schaute und überlegte, aber ich erkannte nicht die Botschaft.

Wieder half mir mein Hüter. Er brach die Kohle auf, und heraus kam ein kleiner Diamant, der sich zu einem Ohranhänger verwandelte. Ich steckte ihn an mein rechtes Ohr.

Der Hüter gab mir meinen neuen Seelenvertrag mit:

Ich bin die Frau, die weiß. Ich erlaube mir, erfolgreich und glücklich zu sein!


Es geschah noch viel mehr auf diesen Reisen, aber das würde den Rahmen sprengen.


Meine Schuld von damals schien aufgelöst. Ich sollte nun leben, obwohl oder gerade weil ich in der Vergangenheit Schuld auf mich geladen hatte. Ich wusste nun um die Bürde und die Schwere und kann dieses Wissen künftig nutzen.

Meinen verlorenen Seelenanteil – die Frau – besuche ich nun regelmäßig. Es tut gut, wenn wir uns gegenüberstehen und uns ansehen.

Rückblickend fallen mir viele Dinge ein, die bereits auf dieses Phänomen hingewiesen haben. Ich habe es damals nur noch nicht verstanden.

In einer Aufstellung z.B., als es (wieder einmal) um meine nicht vorhandene Vitalität ging, stand eine Frau vor mir, sah mir in die Augen und sagte: es ist wichtig, dass es vier Augen sind. Wenn wir uns ansehen, kommt die Kraft.

Ich dachte an einen Zwilling, es schien aber irgendwie nicht wirklich danach.

Jetzt macht es Sinn. Es ist der damals abgespaltene Seelenanteil.

Als ich als Jugendliche meine Reise durch die Krise begann, landete ich bei einem Heilpraktiker, der mit Bioresonanz arbeitet. „Oh Gott!“, sagte er. „Da weiß man ja gar nicht, wo man anfangen soll!“.

Recht hatte er. Aber ich habe angefangen. Habe unzählige Geschichten entrollt: aus der Ahnengalerie, aus meiner Kindheit und – na ja – aus früheren Leben. Ob es letzteres gibt, weiß kein Mensch. Aber egal. Diese kraftvollen Bilder dienen auf jeden Fall als stärkendes Symbol, um zu fühlen und zu erfahren, was wir so gar nicht ausdrücken und erfassen könnten. Somit ist´s egal, ob es wahr ist oder nur ein Symbol. Hauptsache, es wirkt.

Immer, wenn ich in die Bilder gehe – den Ohrring fühle, die Frau sehe, mir meinen neuen Vertrag bewusst mache, dann kommt die Kraft. Bilder unterstützen das Empfinden. Und das Empfinden – das Gefühl – braucht es, um etwas (im Gehirn) zu verändern...


Meine Essenz aus meinem bisherigen Weg ist, dass alle Schritte richtig und wichtig sind. Kein zweiter Schritt vor dem ersten. Und dass auch alle Methoden ihre Berechtigung haben.

Doch es gibt etwas, das unentbehrlich ist, und das ist unsere Intuition. Sie führt uns in die richtige Richtung. Manchmal verstehen wir noch nicht alles, aber wir können vertrauen, dass sich uns die Botschaften irgendwann entschlüsseln.

Und das Universum um Hilfe zu bitten – auch das ist zumindest für mich unentbehrlich.

Es richtet unser Bewusstsein auf Heilung aus und beschert uns die entsprechenden Situationen.

(„Die Energie folgt der Aufmerksamkeit!“)

Wir müssen allerdings wohl oder übel akzeptieren, dass diese Situationen nicht immer gleich die Heilung offenbaren. Oftmals sind es wieder Unannehmlichkeiten, in die wir geraten. Schmerzen, die wir erneut ertragen müssen, eine Lehre, die wir erst noch lernen müssen.

Manchmal war es recht hart und ich hab „Scheiße!“ geschrien. Aber kostbar war es. Jeder einzelne Tropfen Erkenntnis, der mich die Unendlichkeit des Daseins hat spüren lassen….Yeah!

Ich möchte hier nicht für das Buch werben oder diesen Weg nun als Weltenformel verkaufen. Vielmehr ist dies ein Hinweis und Appell, auch ungewöhnliche Wege oder Gedankengänge in Betracht zu ziehen, nichts gleich mit dem Verstand von vorn herein auszuschließen….

Und wenn das Leben euch eine scheinbare Ungerechtigkeit vor die Füße knallt, lohnt es sich, nicht gleich an einen Rückschlag oder ein Versagen zu denken, sondern sich zu fragen: „Welches Geschenk steckt hinter diesem Erlebnis? Was deutet mir das Leben hier an?“

Natürlich ist das kaum möglich, wenn man eine bedrohliche Krankheit hat oder einen geliebten Menschen verloren hat… Aber:

es kann tröstlich sein, wenn man die Ungerechtigkeit nicht als solche sieht, sondern es als Fingerzeig, als Hilfe betrachtet. Plötzlich öffnen sich neue Möglichkeiten….Man fühlt sich geborgen und nicht bestraft….

Es ist der schamanische Weg, der mir immer zur Seite stand. Schamanismus ist keine Methode oder keine Religion. Er ist eine Art, die Welt zu sehen. Er ist eine Art zu kommunizieren. Er betrachtet die Welt als beseelt und bejaht die Tatsache, dass Erkenntnis überall lauert. Er stimmt den Gesetzen der Natur zu. Er ist eigentlich Sie… Es ist ein weiblicher Weg. Ein Weg der Erfahrung….

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